Seit 1899
Arbeitersportliche Wurzeln
„Ring- und Stemmklub Eintracht 1899“ und „Freie Kraft“
Die älteste bislang nachweisbare Vorläuferorganisation des späteren Vereins für Volkssport war der „Ring- und Stemmklub Eintracht von 1899“ [1, S. 272], [2, S.206–207]. Der ursprüngliche sportliche Schwerpunkt des Ring- und Stemmklubs lag dabei im Gewichtheben [2, S. 202]. Diese Sportart wurde auch später im VfV betrieben [1, S. 272]. Bei einem „Bunten Abend“ des Braunschweiger Arbeiter-Sportkartells im Jahr 1928 beteiligten sich Genossen des VfV mit einer Gewichthebervorführung, die nach einem zeitgenössischen Bericht „eifriges Training“ erkennen ließ [1, S. 95].
Die in dieser Chronik rekonstruierte Traditionslinie des heutigen VfV im Gewichtheben lässt sich in den folgenden Abschnitten von der 1899 gegründeten Vorläuferorganisation bis zum heutigen VfV verfolgen. Diese Sportart gehört heute neben dem Kraftdreikampf zu den beiden zentralen Sportarten des VfV Braunschweig.
Abbildung 1: Gruppenaufnahme zum 21-jährigen Stiftungsfest des "Ring- und Stemmklub Eintracht von 1899" im Jahr 1920. Auf dem Festbogen sind die Jahreszahlen 1899 und 1920 zu erkennen [1, unpag. Titelseite].
Neben dem Ringen und Gewichtheben gehörte auch Fußball zum Sportangebot des Ring- und Stemmklubs. Dessen Fußballmannschaft war in den 1920er Jahren eng mit dem Braunschweiger Arbeiterviertel Eichtal verbunden [1, S. 65]. Der Klub war damit Teil einer örtlich verankerten Arbeitersport- und Vereinskultur.
Als zweite Vorläuferorganisation wird der Sportklub „Freie Kraft“ genannt [1, S. 272], [2, S. 206–207]. Über seine Gründung und frühe Entwicklung ist bislang nur wenig bekannt. Erwähnt wird jedoch eine „Fußballabteilung Freie Kraft“, die 1920 insgesamt 20 Mitglieder zählte [1, S. 253].
Der „Ring- und Stemmklub Eintracht von 1899“ und der Sportklub „Freie Kraft“ bildeten damit die beiden bislang nachweisbaren organisatorischen Ausgangspunkte für die spätere Entstehung des VfV.
Quellen zu diesem Abschnitt:
[1] V. Denecke, Die Arbeitersportgemeinschaft: Eine kulturhistorische Studie über die Braunschweiger Arbeitersportbewegung in den zwanziger Jahren, Schriftenreihe des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte Hoya e.V., Bd. 8 Duderstadt: Mecke 1990
[2] C. Grote, „Arbeiterboxer in der Weimarer Republik: Die Rezeption des Faustkampfes durch die Arbeitersportbewegung am Beispiel des Arbeiterboxsports in den Städten Hildesheim, Braunschweig und Hannover“, Jahrbuch des Niedersächsischen Instituts für Sportgeschichte Hoya e.V., S.199–219, Hoya, 1999
Gesamte Vereinsgeschichte | -> 1921–1924 Zusammenschluss und Entstehung des VfV

